An die UNO-Versammlung und die internationale Menschenrechtsorganisation

 

An Eure Exzellenz Herr Kofi Annan und an die Vereinten Nationen,

 

mit Dank für die Verurteilung des iranischen Regimes wegen der Mißachtung der Menschenrechte und der Unterdrückung der nicht-persischen Ethnien im Iran, möchten wir Sie hiermit auf das Schicksal des turkmenischen Volkes  hinweisen und Sie darum bitten, noch entscheidendere Schritte zu übernehmen, um den Kulturgenozid gegen die nicht-persischen Nationen und Kulturen im Iran zu stoppen.

 

Die Turkmenische Nation hat eine mehr als fünftausendjährige Geschichte und Kultur. Dieses Volk lebt seit Zeiten auf ihrem historischen Siedlungsgebiet in der Republik Turkmenistan, in den nördlichen Gebieten Irans (Turkmensahra mit einer Einwohnerzahl von 2-3 Millionen Turkmenen) sowie in den nördlichen Gebieten von Afghanistan.

Die archäologischen, historischen, ethnologischen und anthropologischen Untersuchungen zeigen, daß unsere Vorfahren große Zivilisationen wie "Anau", "Altin Tepe", "Marqush" und "Margiana" geschaffen haben und die Grundpfeiler für die ersten föderativ-demokratischen Staaten wie die der Selcugen und Parther legten.

 

Infolge der Kolonialpolitik der Großmächte (Rußland und Großbritannien) im 18. und 19. Jahrhundert wurden die natürlichen und historischen Grenzen des turkmenischen Volkes verwaschen. So wurden  die besetzten Gebiete von Turkmenistan  infolge des Vertrages von "Akhal" im Jahre 1881 in Teheran zwischen Rußland, der Kadjar Regierung  (Heutiges Iran) und Afghanistan geteilt und einverleibt.

 

Aber unser Volk hat diese Verteilung nicht anerkannt und bis zum Jahre 1925 wie ein eigener Staat gemeinsam über die Grenzen hinaus gelebt. Um 1925 hat der persische Shah-Riza Turkmensahra (Süd Turkmenistan) besetzt. Die Besatzer bezeichneten unser Volk in einem geheimen Brief als "Ungeziefer" und "wilde Tiere" (s. geheime Staatsarchive des Irans unter der Nummer 923). Zu der Zeit gab es bei einer Bevölkerungszahl von 300.000 Menschen höchstens 200 Leute, die Imstande waren, die persische Sprache zu sprechen. Um sie zu „zivilisieren“, mußte  die Kultur und Sprache dieses Volkes ausgerottet  und mit der persischen Sprache und Kultur ersetzt werden.

 

Wie  aus diesem Schreiben hervorgeht, war damals in dieser Region keine einzige persische Familie vorhanden.  Die Turkmenen hatten durch Handelsrouten im Kaspischen Meer und anderen Landverbindungen kulturelle Kontakte zu Rußland und Europa gehabt und Handel getrieben.

 

Das rassistisch motivierte Regime in Teheran versucht mit aller Kraft, den kulturellen  Genozid und die Vernichtung des Turkmenischen Volkes durch folgende Methoden zu realisieren:

 

1-      Vernichtung unsere Muttersprache und ihre Ersetzung durch die persische Sprache. Dieses unmenschliche kulturelle Genozid wurde nach der Errichtung der Islamischen Republik Iran fortgeführt. So erhalten die Turkmenischen Familien Instruktionen von den Schulen, zu Hause mit ihren Kindern persisch zu sprechen.

 

 

2-      Die Besetzung von ca. 90% der turkmenischen Anbauflächen durch Einwanderer mit kolonialen und rassistischen Absichten.

 

3-      Beleidigung und Entwürdigung unserer nationalen Ehre und Verbreitung von Drogen innerhalb der turkmenischen Familien durch die Zentralregierung. Die turkmenischen Frauen werden gezwungen, mit nicht-turkmenischen Ethnien zu heiraten und dadurch ihre nationale Identität zu verlieren.

 

4-      Alle staatlichen Stellen in Tukmensahra werden von fremden Einwanderern besetzt. So zwingt man die junge Generation, in die persischen Städte auszuwandern und sich zu perserifizieren. 

 

5-      Die überwiegende Mehrheit der Verantwortlichen in Staatsorganen sind Einwanderer, die die Turkmenen auf  rassistische Weise behandeln.

 

6-      Viele Junge Menschen werden entweder zur Drogenabhängigkeit geleitet oder aber sie begehen durch die unerträgliche soziale Lage Selbstmord. Es ist inzwischen normal, dass viele junge Menschen wegen eines kleinen Einkommens beim Fischen am Kaspischen Meer umkommen oder einfach verschwinden. Mehr als 90% der Frauen, die wegen der Geburtenkontrolle zur Abtreibung gefordert werden, sind turkmenische Frauen. Diese unmenschlichen Taten müssen von internationalen Institutionen untersucht werden.

 

7-      Die Massenmedien im Iran sind voll von rassistischen Beleidigungen gegen die nicht-persischen Ethnien, besonders aber gegen die turkstämmige und arabische Bevölkerung.    

 

So wird in letzter Zeit mit Hilfe von Zeichentrickfilmen versucht, Haß und Verachtung bei unschuldigen Kindern gegen die turkstämmige Bevölkerung zu erwecken. In diesen

Filmen wird die Geschichte der turkstämmigen Ethnien absichtlich verfälscht. 

 

      Angesichts dieser Tatsachen bitten wir Sie darum, neben der Vergehen des iranischen Regimes hinsichtlich der atomaren Rüstung und der Unterstützung des internationalen Terrorismus, die  nationale Vernichtung im Iran als drittes Vergehen dieses Regimes an die Tagesordnung der Vereinten Nationen zu stellen. Wir bitten Sie, die entscheidenden Schritte gegen die Vernichtung der Sprachen und der nationalen Kulturen der nicht-persischen Ethnien im Iran zu unternehmen.

 

Die national-demokratische Bewegung von Turkmenien (Turkmenlik)

März 2006